Ein kleines Ding, das im Business unerlässlich ist, ist die Visitenkarte. Ich wollte immer mal genauer wissen, woher der Name kommt und wie sie entstanden ist.

Mein erster Blick ging in die Wikipedia. Dort steht

Die Bezeichnung Visitenkarte rührt von der ursprünglichen Funktion her: Sie wurde früher beim Besuch in hohem Hause dem Diener oder der Empfangsdame übergeben, die sie dann an den Hausherrn oder die Dame des Hauses weiterreichte. Bei höfischen Festveranstaltungen dienten sie dem Zeremonienmeister zur öffentlichen Ankündigung des Gastes.

Die Visitenkarte, die auch als Besucherkarte bezeichnet wurde, diente also tatsächlich, um den Besucher bei einer Visite (Besuch) anzumelden.

Heute begegnet uns die Visitenkarte überall im Berufsleben. Beim Erstkontakt zwischen Geschäftsleuten wird sie ausgetauscht, z.B. auf Messen, Konferenzen oder anderen Veranstaltungen. Dabei wird dein Gegenüber nicht nur über deinen Namen, sondern auch über deine Firma und – was für viele sehr wichtig ist – über deine Position im Unternehmen informiert.

Visitenkarten enthalten nur selten ein Foto, aber immer deinen Namen, deine Adresse und deine Telefonnummer. Auf geschäftlichen Visitenkarten sind auch dein Firmenlogo, der Unternehmensname und dein Titel und deine Funktion abgedruckt.

In den letzten Jahrzehnten wandelte sich die Visitenkarte vom Bestandteil der Etikette zum Mittel beruflicher Eigenwerbung. Deshalb enthalten die Kärtchen heute oft auch Slogans oder ähnliche Merkmale zur Alleinstellung, sind oft extrem auffällig gestaltet und verlassen auch oftmals das Standardformat von 85 x 55 mm. In anderen Ländern sind auch andere Standardmaße gebräuchlich.
Hin und wieder wird sogar die Rückseite mitverwendet, z. B. für eine englischsprachige Version, eine Anfahrtskizze oder ein Foto.

Immer schon galt: Die Hochwertigkeit von Material und Gestaltung der Karte sprachen für einen hohen Rang des Visitenkarteninhabers.

Aufbewahrt und gesammelt werden Visitenkarten in speziellen Mappen oder Rotationskarteien.

Symbolik bei Visitenkarten

Was ich z.B. nicht wusste: Es gibt Kennzeichnungen wie das Abknicken einer Ecke nach oben, die eine besondere Bedeutung haben.

Eine auf einem Kartenteller abgelegte Karte wird oft durch Abknicken einer Ecke nach oben gekennzeichnet, was auch das Aufnehmen der Karte vom Teller erleichtert. Dazu kann die Bedeutung als Abkürzung auf der Rückseite der Karte vermerkt werden.

  • obere linke Ecke geknickt: p. v. = „pour visiter“, zum Besuch, besonders, wenn der zu Besuchende nicht angetroffen wurde
  • untere linke Ecke geknickt: p. f. = „pour féliciter“ = zur Gratulation/zum Glückwunsch
  • rechte obere Ecke geknickt: p. p. c. = „pour prendre congé“, zum Abschied
  • rechte untere Ecke geknickt: p. c.= „pour condoler“, Kondolenz

Neben dem Knicken haben sich auch andere Markierungen der Ecken etabliert.

Die Visitenkarte in Japan

In Japan hat die Visitenkarte einen höheren Stellenwert als in Europa. Da japanische Namen mit vielen unterschiedlichen, aber gleichlautenden Zeichen geschrieben werden können, ist es nötig, die korrekte Schreibweise eines Namens zu erfahren. Außerdem spielt die genaue Position des Kartenbesitzers in einem Unternehmen eine wichtige Rolle im Umgang miteinander.

Die Übergabe einer Karte folgt festen Abläufen: Die ältere Person oder die ranghöhere übergibt der jüngeren oder rangniedrigeren Person als erstes ihre Karte. Die Übergabe erfolgt mit beiden Händen, wobei die Ausrichtung der Karte dem Empfänger das Lesen ermöglichen soll, und anschließendem Verbeugen. Daraufhin wird die Karte genau betrachtet und auf keinen Fall sofort eingesteckt. Vielmehr wird sie achtsam auf die Seite gelegt; es gilt als besonders grober Fauxpas, die Karte in die Hosen- bzw. Gesäßtasche zu stecken. Anschließend überreicht die jüngere oder rangniedrigere Person die Karte auf gleiche Weise.

Die Visitenkarte in Hollywoodfilmen

Immer wieder spielte die Visitenkarte in Hollywoodfilmen eine wichtige Rolle. Geschäftsleute zückten ihre Visitenkarte und natürlich bekamen sie gleich den besten Platz im Restaurant. Die verschiedensten Filmszenen waren nicht ganz unrealistisch. So manche Visitenkarte sicherte in dieser Zeit den Karteninhaber einen guten Platz in einem Restaurant und sie öffnete so manche „Türe“.

Die Visitenkarten im digitalen Zeitalter

Im digitalen Zeitalter scheint die Visitenkarte so langsam auszusterben oder zumindest unwichtiger zu werden.

In der heutigen Zeit wird vielmehr auf die Gestaltung der Homepage und auf das persönliche Profil bei Seiten wie Xing & Co. geachtet. Manager die im Internet sehr präsent sind, werden gesehen und bekommen Anerkennung.

Firmen werden von Geschäftspartnern und Kunden über ihren Internetauftritt bewertet. Es wird auf den Aufbau geachtet, auf den Informationsgehalt der geboten wird und auch auf Bewertungen von anderen Geschäftsleuten oder Kunden.

Durch die Digitalisierung hat sich einiges geändert, denn Informationen lassen sich leichter finden und auch weitergeben. Die kleinen Visitenkarten bieten nicht den Platz für Marketing und für die heute gewünschten Informationen.

Immer häufiger erlebt man heute auch, dass überreichte Karten sofort vor Ort mit dem Smartphone eingescannt werden, um die Kontaktdaten der betreffenden Person gleich im Gerät und auf dem Computer zu haben.

Visitenkarten im Vertrieb

Im Vertrieb haben Visitenkarten nicht ganz ihre Bedeutung verloren. Selbst im digitalen Zeitalter setzen Vertriebler gerne auf die gute, alte sowie handliche Visitenkarte. Vermittler, Außendienstler können so ihren Kunden/-innen ihren Namen, ihre Adresse jederzeit hinterlassen.

Visitenkarten wird es auch in Zukunft in manchen Branchen noch geben. Es werden auch Geschäftsleute die Karten weiter nutzen und wenn es aus nostalgischen Gründen ist.

Quellen: Wikipedia

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