Journalisten sagen: Die Presseinformation ist nicht tot

Totgeglaubte leben länger. Immer wieder wurde und wird die gute alte Pressemeldung als „veraltet“ und bei Journalisten ungeliebt betitelt. Doch anscheinend ist es anders: 97 Prozent der im Rahmen einer im Oktober 2017 durchgeführten Journalistenstudie von TheNewsMarket befragten Medienvertreter möchten darauf nicht verzichten. Wow!

TheNewsMarket wollte mehr darüber wissen, wie Journalisten heute arbeiten. Also wurde ein Fragebogen erarbeitet, mit dessen Hilfe geklärt werden sollte, wie Journalisten Online-Content-Ressourcen nutzen, um ihre redaktionellen Geschichten anzureichern, was sie frustriert und was sie begeistert. Hier sind einige interessante Ergebnisse:

Nicht nur die extrem große Mehrheit arbeitet immer noch mit der Pressemeldung zur journalistischen Recherche, nein auch über 90 % finden Texte in Kombination mit Videos und Fotos hilfreich. Für 88 % ist sogenanntes Footagematerial allein schon nützlich. 86 % der Befragten geht das bei Bildern so.

65 Prozent der Befragten besuchen nahezu täglich Content-Plattformen im Internet, besonders wenn sie nach Geschichten suchen und / oder wenn sie vorab eine E-Mail-Benachrichtigung erhalten haben. Und im Schnitt bleiben sie dann etwa zehn Minuten auf der Seite. Interessanterweise sagte zwar fast ein Drittel, dass redaktionelle, unabhängige Inhalte die wichtigste Ressource sind, mehr als 60 Prozent meinten aber, dass Nachrichten, die von Unternehmen und Organisationen stammen, gleich wichtig sind.

Was Journalisten nervt

Anders herum nervt Journalisten, wenn sie keine nützlichen Inhalte finden (57 %). Auf Platz 2 folgt, wenn die Nutzungsrechte nicht eindeutig sind (42 %), auf Platz 3 stehen nicht sofort nutzbare Formate (34 %).

Überraschenderweise scheint die Registrierung bei einem Portal kein Problem zu sein. Die Mehrheit der Journalisten (76 %) hat kein Problem mit einer Akkreditierung, wenn sie dafür vollen Zugriff auf das Material haben. Nur sechs Prozent ziehen es vor, sich überhaupt nicht registrieren zu lassen.

Stress statt Spaß an der Arbeit

Was die Studie auch zeigt, ist das viele Journalisten heute nur noch unter Stress arbeiten, vor allem wegen der immer dünneren Personaldecke in den Redaktionen. Während Journalisten früher viel mehr Zeit hatten, um zu recherchieren, Kontakte zu pflegen und an der Formulierung von Texten zu feilen, ist ihr Job heute eine Art von Massenproduktion geworden. TheNewsMarket nennt sie deshalb „Churnalisten“ (von churn = aufwirbeln, am laufenden Band produzieren).

Einschränkend muss man noch erwähnen, dass von den 114 teilnehmenden Journalisten aus aller Welt der überwiegende Teil aus der Motorbranche kommt. Die Studie ist als keineswegs repräsentativ, was die Branchen angeht.

Quelle: Presseinformation von TheNewsMarket 

Foto: geralt / pixabayCC0 Creative Commons

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