Taugt WhatsApp nun als Marketingkanal?

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Mehr als 800 Millionen Nutzer weltweit, mehr als 30 Millionen in Deutschland: Der Messagingdienst WhatsApp ist eine Macht in unserer Telekommunikationslandschaft. Natürlich ruft eine solche Verbreitung unter der Bevölkerung Begehrlichkeiten bei den Marketingstrategen der Unternehmen hervor. Kann man WhatsApp für Marketingzwecke, Kundenkommunikation oder Werbung nutzen.

Der Dienst selbst hat dem gleich mehrere Riegel vorgeschoben. Erstens kann man einem anderen Nutzer nur Nachrichten senden, wenn man dessen Nummer in seinen Kontakten gespeichert hat. Zweitens wurde WhatsApp für das Smartphone entwickelt, eine Tablett-Version gibt es bis heute nicht. Daher ist es sehr mühselig, wenn man dauernd Nachrichten und Werbebotschaften über die kleinen Bildschirme eintippen muss. Drittens ist die Zahl der Empfänger, die man über eine sogenannte Broadcastliste gleichzeitig informieren kann, mit 256 Teilnehmern streng begrenzt. Auch das kann schnell lästig werden.

Bislang waren die Gehversuche der Marketingleute deshalb eher zaghaft. Eher sind es Medien, die versuchen, WhatsApp als Informationenkanal zu nutzen. So bietet mein lokaler Radiosender WhatsApp an, um Blitzer und Staus zu melden.

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Der Nachrichtensender n-tv versendet via WhatsApp Eilmeldungen.

Newsletter per WhatsApp

Doch auch Unternehmen und Organisationen experimentieren mit WhatsApp. So hat die Helmholtz Gemeinschaft einen Service eingerichtet, über den Nutzer den kostenlosen Whatsapp-Newsletter abonnieren können. Dieser erhalten eine Benachrichtigung über die beliebte Chat-App, sobald es einen neuen Artikel auf den Helmholtz Blogs oder der Helmholtz-Homepage gibt.

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Bild: Helmholtz, CC-BY 4.0

Alles, was man hierfür tun muss, ist eine WhatsApp-Telefonnummer auf der Webseite öffentlich preis zu geben und Interessenten zu bitten, die Nummer in den eigenen Kontaktdaten zu speichern, um ihnen anschließend schriftlich über WhatsApp eine Einverständniserklärung für das Newsletter-Abo zu senden.

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Die Fleischerei Stroh geht einen anderen Weg. Auf deren Webseite können Kunden eine Abo-Anfrage für den WhatsApp Newsletter zusammen mit der eigenen Handynummer über ein Kontaktformular senden. Per WhatsApp erhalten die Kunden danach das jeweilige Wochenendangebot.

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Beratung per WhatsApp

Zwei Versicherungsberater der Polizei haben einen eigenen WhatsApp Kanal eingerichtet, über den man außerhalb der normalen Stunden an der PolizeiAkademie eine Beratung suchen kann. Auch hier muss derjenige nur die Handynummer des Beraters in seine Kontakte eintragen.

Diskussionen mit Azubis

Der Automobilkonzern Daimler geht in Sachen Personalrecruiting neue Wege und lässt seine Azubis in einer Recruiting-Kampagne über den Messengerdienst mit potenziellen Bewerbern diskutieren.

Fazit

Die Ideen scheinen zu sprudeln, was die Nutzung von WhatsApp angeht. Anscheinen scheinen die Hindernisse, die WhatsApp eingebaut hat, um die Nutzung des Dienstes zu kommerzialisieren, so langsam entschärft worden zu sein.
Die Tatsache, dass der Empfänger die Handynummer des Nutzers in sein Telefonbuch speichern muss, scheint kein Problem mehr zu sein, wenn man nur den Nutzen und die Seriosität genügend darlegen kann.
Was die Begrenzung der Broadcastlisten angeht, die besteht immer noch. Das kann sich als nervig herausstellen, wenn man größere Empfängerzahlen aufgebaut hat.

Und was die Nutzung auf den Mobilgeräten mit den kleinen Bildschirmen angeht, das ist endlich vorbei. WhatsApp hat kürzlich die Browser Variante eingeführt. Diese spiegelt das Smartphone Profil auf Webbrowser. Man kann also ganz bequem über Monitor, Tastatur und Maus Nachrichten schreiben.

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Was mich interessiert: Wie seht ihr die zunehmende kommerzielle Nutzung von WhatsApp? Gute Idee oder Teufelszeug?

Foto: pixabay / arivera / CC0 Public Domain

 

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