Gerne stelle ich im KMU-Marketing-Blog besondere Werbemöglichkeiten vor, die mir hin und wieder ins Auge fallen. Jüngst war ich in einer Kneipe und mein Blick fiel auf diese Postkarten mit witzigen, ausgefallenen Motiven, die man sich gratis mitnehmen kann. Die sind sicher nicht neu, nur hatte sie bisher nie meine Neugier geweckt. Dieses Mal schon. Bei näherer Betrachtung erkannte ich, dass es sich um Werbepostkarten handelte.

Im Marketingdeutsch nennt man diese Art des Marketings „Ambient Marketing“. Man versteht darunter die Platzierung von Werbung an Orten, wo nicht damit zu rechnen ist, unter Einbeziehung der Umgebung in die Werbemaßnahme. In diesem Fall wird die Werbung in der Kneipe platziert. Typische Ambient-Media sind z.B. Werbeplakate in der öffentlichen Herrentoilette oberhalb des Urinals, dort, wo die Herren der Schöpfung ein paar Minuten hinstarren, wenn sie „Wasser lassen“ müssen. Die Gratispostkarten sind  besonders beliebt, wenn es darum geht, den Bekanntheitsgrad von Unternehmen, Marken und Produkten effektiv und kostengünstig zu steigern sowie neue potentielle Kunden zu generieren.

Weil mich diese Werbemöglichkeit interessierte, habe ich diesen Blogartikel erstellt. Er zeigt, welches Potenzial in Gratispostkarten als Werbemittel steckt, was bei der Gestaltung dieser beachtet werden muss und wie durch optimale Zielgruppedefinition und Standortbestimmung der Werbewirkungserfolg von Gratispostkarten maximiert werden kann. Ich habe mir dazu Unterstützung bei der Firma CityNews GmbH geholt, die mit den CityCards solche Gratispostkarten für Unternehmen deutschlandweit anbietet.

Gratispostkarte – die etwas andere Art zu werben

Die bereits vorgestellten Gratispostkarten sind also kostenfreie Karten im beliebten Postkartenformat, die an unterschiedlichen Locations, wie Bars, Restaurants, Cafés, Kinos, etc. ausgelegt werden und für potenzielle Kunden frei zugänglich sind. Durch bunte, auffällige und eingängige Designs und Slogans zielen diese Gratiskarten direkt auf die Generierung der Aufmerksamkeit von Menschen und zielen auf das peer-to-peer-Verteilungsprinzip zwischen befreundeten Personengruppen.

Für Werbetreibende sind Gratiskarten daher eine kostengünstige Möglichkeit, die eigene Bekanntheit dank hoher Kontaktraten zu steigern und neue Kunden zu generieren.

Akzeptanzrate und Beliebtheitsgrad der Gratispostkarten

Natürlich interessieren mich in diesem Zusammenhang besonders die Akzeptanzrate und Beliebtheitsgrad dieser Gratispostkarten. Laut CityNews beweisen Gratispostkarten seit ihrer Einführung vor 20 Jahren regelmäßig, dass sie maximales Werbepotenzial bieten und bei Kunden ankommen. Laut Studien im Ambient-Media Bereich werden Gratispostkarten von rund 90% der Besucher der gewählten Locations, wie Bars, Cafés, Restaurants, etc. wahrgenommen. Die höchste Akzeptanzrate von rund 91% erreichen Gratispostkarten bei jungen Zielgruppen im Alter von 18 bis 34 Jahren, die diese Karten regelmäßig mitnehmen. Aber auch bei Zielgruppen ab 34+ sind  die Gratispostkarten mit einer Akzeptanzrate von 75% sehr beliebt.

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Wichtig ist, dass die Gestaltung der Karten zur Zielgruppe passt und in den richtigen, von der Zielgruppe frequentierten Locations angeboten werden. Deshalb ist eine exakte und umfassende Zielgruppenanalyse enorm wichtig für den Erfolg einer Kampagne. Um junge Zielgruppen anzusprechen, sollten die Gratispostkarten eher frech, innovativ und unkonventionell sein, auf B2B Kommunikation ausgerichtete Gratispostkarten sollten eher nüchtern informativ sein.

Gratispostkarten wirken deshalb so sympathisch auf Menschen, weil sie diesen in ihrem Freizeitumfeld begegnen. Während jüngere Zielgruppen vor allem in Bars, Cafés, Kinos und Clubs zu finden sind, lassen sich ältere Zielgruppen ab etwa 34 Jahren in kulturellen und künstlerischen bzw. familienfreundlichen Locations finden.

Hohe Kontakthäufigkeit und geringe Kosten als Erfolgsträger der Gratispostkarten-Werbung

Natürlich wollte ich auch wissen, wie hoch die Kosten von Gratispostkarten sind. CityNews beispielsweise rechnet mit einem TKP von rund 3,20€ für Unternehmen. Das Unternehmen hat ein Verteilungsnetz von gut 6.990 Locations in über 90 deutschen Städten. Die maximale Zahl an zu verteilenden Karten pro Woche beträgt bei CityNews 556.000 Karten. Pro Monat wird mit Gratispostkartenwerbung so eine Kontaktratenzahl von gut 72 000 000 erreicht, wobei der Kontakt pro Karte bei 2,9 Personen liegt. Natürlich buchen nur große Unternehmen, die deutschlandweit vertreten sind, auch deutschlandweit Locations. Für KMU eignen sich eher regionale Kampagnen. Dazwischen ist alles möglich: verschiedene Regionen, Städte, Bundesländer….

Laut der von CityNews durchgeführten Studie sind Gratispostkarten bei rund 90% der Gäste einer Location schon einmal aufgefallen. 80% der Befragten erinnern sich dank dieser hohen Kontaktrate deshalb auch zwei Wochen nach dem Kontakt an die Botschaft der Gratispostkarte. Gefördert wird diese hohe Kontaktrate zusätzlich durch die Charakteristik der Karten selbst, die auf das Prinzip „behalten, verschenken, teilen“ ausgelegt sind. Häufig werden Gratispostkarten an Freunde und Bekannte weitergegeben und der Bekanntheitsgrad Ihres Unternehmens so gesteigert. Basierend auf Umfragen schätzen rund 90% der Befragten die Weitergabe und Empfehlung von Gratispostkarten durch Freunde und Familie als vertrauenswürdig ein und bringen dem Werbetreibenden eine positive Einstellung entgegen.

Ansprechendes Gratispostkarten-Design als Schlüssel zum Werbeerfolg

Herzstück einer jeden Gratispostkarte ist natürlich ihr einmaliges und abwechslungsreiches Design, dass sich bestmöglich bin in Sekunden in den Köpfen der Betrachter festsetzt. Bei der Gestaltung der Gratispostkarten sollten daher einige DOs und DON‘Ts beachtet werden, um den Werbeerfolg der Gratispostkarten zu unterstützen.

 

DOs:

  • Gratispostkarten sollten übersichtlich gestaltet sein, zeitgleich aber Anlass bieten, diese in die Hände und auch mitzunehCityCard_Ismiregalmen. Freche trendige Sprüche, ausgefallene Bildkompositionen, Grafiken oder Karikaturen haben sich als Erfolgsparameter bewährt.
  • Wecken Sie Emotionen und Stimmungen mit Ihren Gratispostkarten. Hierfür ist es ratsam, die allgemeinen Trends und Stimmungen innerhalb ihrer anvisierten Zielgruppe zu kennen und diese im Design ihrer Gratispostkarte aufzugreifen (siehe Beispiel Gratispostkarte „Is mir egal“ für junge Zielgruppen)
  • Zum visuellen Erscheinungsbild der Karte gehört zudem die Wahl der geeigneten Schriftart und Farbkomposition. Zielgruppenunabhängig werden moderne, klare Schriften bevorzugt, die gut leserlich sind. Farben sollten an die zu vermittelnden Stimmungen der Karten angepasst werden und sich harmonisch im Gesamterscheinungsbild der Karten einfügen. Hier gilt – verwenden sie nicht mehr als drei unterschiedliche Schriftarten/-größen und zwei Farben.
  • Gestalten Sie die Vorderseite ihrer Gratispostkarte als Eyecatcher, der Ihre Zielgruppe dazu bringt, die CityCard_NotfallblumeKarte aus dem Display zu nehmen und ihre Neugier weckt, zu erfahren, wer hinter dieser Karte steckt.
  • Denken Sie auch an die Gestaltung der Rückseite. Kunden sollen Ihre Karten bestmöglich mit anderen Menschen teilen. Dies gelingt, wenn sie auf der Rückseite der Karte den Gestaltungsprinzipien einer klassischen Postkarte folgen. Platz für einen kurzen eigenen Text an Freunde und Bekannte macht ihre Gratispostkarte sympathisch und optimiert die Chance der Reichweitenerhöhung.
  • Machen Sie als Werbetreibender auf sich aufmerksam und treten Sie mit ihren potentiellen neuen Kunden in Kontakt. Adressen,Hinweise zu Social-Media Plattformen oder ein QR-Code helfen, die geweckte Neugier der Menschen in Unternehmensbindung zu wandeln.
  • Spezielle Effekte helfen, die Aufmerksamkeit von Menschen zu gewinnen und gegenüber Konkurrenz-Gratiskarten zu bestehen. Seien Sie kreativ und zeigen Sie Mut zur Individualität mit Hilfe einer ausgefallenen Kartengestaltung (z.B. durch Prägungen oder Ausstanzungen).
  • Animieren Sie die Betrachter, zu handeln. Karten, die auf Aktionen hinweisen, Rabatte bieten oder Kunden aktiv in deren Gestaltung einbinden, werden häufiger kontaktiert, als gewöhnliche Gratispostkarten (siehe die Beispielkarte „Notfallblume“ zum Valentinstag, die direkt ausgeschnitten und weiterverschenkt werden kann oder der abgebildete Stundenplan, der ausgefüllt werden kann).

DON‘Ts:

  • Vermeiden Sie eine Informationsflut. Gratispostkarten sollen Aufmerksamkeit generieren und Neugier wecken, sich weiter mit dem dahinterstehenden Unternehmen auseinanderzusetzen. Zu viele Informationen auf einer Gratispostkarte schrecken jedoch ab und verringern die Kontaktrate. Hierfür gibt es geeignetere Werbemittel, wie Broschüren oder Flyer.
  • Ungenaue oder zu detaillierte Zielgruppendefinition. Passen Sie ihre Karten nicht auf die Bedürfnisse einer Zielgruppe an, dann findet ihre Gratispostkarte kaum Interessenten, da sich niemand angesprochen fühlt und die Karte so kaum wahrgenommen wird. Schränken Sie die Zielgruppe zu sehr ein, dann bleibt die Reichweite gering und die Entnahme der Karten hinter Ihren Erwartungen zurück. Finden Sie daher eine Balance zwischen Offenheit und Zielgruppenorientierung
  • Zwischen den Zeilen. Niemand möchte seine wertvolle Zeit damit verschwenden, minutenlang die Botschaft hinter der Gratispostkarte zu entschlüsseln. Hier kann Weniger mehr sein. Setzen Sie daher auf klare Kommunikation und verständliches Design.

Sichtbarer Erfolg, dank Dokumentation

Die finale Frage, die sich mir stellte, ist, wie Anbieter wie CityNews den Erfolg einer Kampagne überprüfen. Dazu erklärte man mir, dass ein mit der Verteilung von Gratispostkarten beauftragtes Team die wöchentliche Auffüllung der Displays mit den Werbemitteln fotografisch dokumentiert. Nach Abschluss der Kampagne erhalten Kunden zudem einen Entnahmebericht. Werbung via Gratispostkarten ist damit zu 100% transparent und lässt Ihren Erfolg sichtbar werden.

Fazit: Ich finde gut gemacht, witzige und ausgefallene Gratispostkarten auch gut. Einige Exemplare werden sogar als Grußkarten für Freunde eingesetzt. Natürlich muss die Kampagne genauestens auf die Zielgruppe und die richtige Location abgestimmt sein. Sonst nimmt die Dinger keiner mit und die Wirkung verpufft. Dann kann der Auftraggeber das Budget lieber „versaufen“.

Wer mehr wissen will, schaue auf die Webseite der Firma CityNews  GmbH.

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