Seit 2024 hat sich die Websuche infolge der aufkommenden KI stark verändert. Obwohl sie auf den ersten Blick vertraut wirkt, zeigen sich signifikante Unterschiede zu früher. Denn immer häufiger steht nicht die klassische Trefferliste der Suche im Mittelpunkt, sondern vielmehr eine Zusammenfassung durch die KI, die relevante Informationen bündelt und dabei Quellen anzeigt. Und auch Google hat den Ausbau der KI-generierten Übersichten zuletzt deutlich angekurbelt. Laut einer offiziellen Ankündigung des Unternehmens von Mai 2025 sind die Übersichten nicht nur in mehr als 40 Sprachen verfügbar. Für die SEO-Branche bedeutet dies in Summe vor allem eines: Sie bleibt relevant, wenngleich sich die Herangehensweise ändert. So geht es künftig nicht mehr ausschließlich darum, für ein Keyword den ersten Platz im Ranking zu erzielen, sondern sicherzustellen, als verlässliche Quelle in den KI-Antworten der Suchmaschinen zu erscheinen.
Was KI-Suchen strukturell verändern
Schaut man sich die Funktionsweise hinter den aktuellen KI-Suchen an, so wird schnell deutlich, dass sie auf einem ganz bestimmten Prinzip beruhen. So sucht das System zunächst nach der eingegebenen Anfrage und zieht vielfältige Dokumente respektive Quellen heran, um daraus eine eigene Antwort zu formulieren. Oftmals geht dies mit der Angabe der verwendeten Quellen einher. Für Nutzer reduziert das die Reibung, weil viele Fragen direkt beantwortet werden, während Webseitenbetreiber oder Unternehmen darunter leiden, weil die Sichtbarkeit in den Suchergebnissen zu deutlich weniger Besuchen einhergeht.
Insbesondere diese Veränderung ist besonders wichtig, weil die Suche somit auf mehrere Oberflächen verteilt wird. Dies zeigt sich unter anderem an OpenAI, das mit ChatGPT Search versucht, die Suche direkt in eine Konversation zu integrieren. Allerdings ist dies dennoch kein Ersatz für die klassische Nutzung von Suchmaschinen, aber ein Signal dafür, dass das Suchverhalten und auch die Suchoberflächen selbst nicht mehr fugenlos miteinander verbunden sind. Umso wichtiger ist es künftig für Unternehmen, in der regulären Suche noch besser abzuschneiden. Gerade das lokale SEO, das die Sichtbarkeit beispielsweise durch eine SEO Agentur aus Dresden in entsprechenden Ballungsgebieten erhöhen kann, kommt nun noch mehr zum Tragen.
Darum werden die Webseitenzugriffe weniger
Wie bereits angeführt, müssen Nutzer in Zukunft seltener klicken, um Ergebnisse zu erhalten. Wie stark dieser Effekt ausfällt, hängt vom Abfragetypen, aber auch von der Ergebnisseite der jeweiligen Suchmaschine sowie der Branche ab. Laut einer aktuellen Analyse wird der Rückgang der Klickrate für die jeweils ersten Suchergebnisse mit durchschnittlich etwa 34 Prozent angegeben.
Noch deutlicher zeigt sich der Verhaltensaspekt mit Blick auf die Nutzungsdaten. So kommt das in Washington ansässige Pew Research Center zu dem Schluss, dass bei Suchergebnissen, die auf einer KI-Zusammenfassung basieren, nur noch mit einer Wahrscheinlichkeit von acht Prozent auf herkömmliche Suchergebnisse geklickt wird. Vor der Einführung der KI-Zusammenfassung lag der Wert noch bei 15 Prozent. Selbstverständlich bedeuten etwaige Zahlen noch längst keinen Untergang der klassischen SEO, doch sorgen sie ohne Zweifel für Konsequenzen. Denn selbst stabile Rankings liefern künftig weniger Traffic.
So muss SEO auf die Entwicklungen reagieren
Obwohl die KI-Suchen vieles verändert haben und auch künftig noch werden, wird SEO deshalb keinesfalls überflüssig. Vielmehr wird es anspruchsvoller. Während die Grundlagen in Form von Indexierbarkeit, technischer Sauberkeit sowie einer klaren Informationsarchitektur erhalten bleiben, wird sich der Fokus auf Inhalte verschieben, die sowohl für Menschen als auch für KI-Modelle greifbar sind. Das heißt, dass Suchanfragen klar beantwortet werden müssen, während sie parallel eindeutig zuzuordnen und nachprüfbar sind.
In der Praxis bedeutet dies vor allem mehr redaktionelle Handwerksarbeit. Damit eine solche Umstellung bestmöglich klappt, müssen im SEO-Bereich mehrere Maßnahmen durchgeführt werden:
- Jede Seite sollte eine präzise Kernantwort möglichst früh liefern, um als zitierfähiger Ausschnitt durch die KI-Suche herangezogen zu werden.
- KI-Systeme belohnen Inhalte, die sich plausibel belegen lassen. Umso wichtiger ist eine problemlose Nachprüfbarkeit von Zahlen und Quellen.
- Autorenschaft, fachlicher Kontext, Aktualisierungsdatum sowie die transparente Gestaltung von Kontakt- und Impressumsangaben gewinnen in der KI-Suche immer mehr an Bedeutung.
- Eigene Daten, Fallstudien, Tests sowie lokale Expertise und Erfahrungen sowie nachvollziehbare Vergleiche sind weniger austauschbar als generische Ratgeberabsätze, die jede KI ähnlich zusammenfassen kann.
Wie sehen die neuen Kennzahlen für die KI-Sichtbarkeit aus?
Im Alltag wird sich in Zukunft vor allem ein Problem stellen. Es gilt festzustellen, warum der Traffic einer Webseite tatsächlich wegbricht. Denn dies muss nicht zwangsläufig auf die KI-Suche zurückzuführen sein, weil Nutzer ihre Antworten früher erhalten. Es kann auch ein gänzlich von der KI unabhängiger Einbruch sein. Und genau dies gilt es zu unterscheiden, um das Problem bei der Wurzel zu packen und entsprechende Lösungsansätze zu finden. Praktisch führt dies künftig zu einer Mischung aus Impressionen, CTR, Rankings und der Conversion-Rate. Hinzu kommen weitere Indikatoren für die Sichtbarkeit ohne Klicks. Dies sind insbesondere Aspekte, die die konkrete Suche nach Marken oder Unternehmen, Direktzugriffe sowie die Erwähnungen durch die KI im Antwortsystem umfassen.
Darüber hinaus kommt eine zweite Ebene ins Spiel, die früher nur im technischen SEO von Relevanz war, nun aber strategisch wertvoll wird. So kann es von Vorteil sein, zu wissen, wer die Inhalte unter welchen Bedingungen crawlt. So hat Cloudflare beispielsweise im Jahr 2025 ein System vorgestellt, das es Webseitenbetreibern ermöglicht, den Zugriff durch die Crawler der Suchmaschinen je nach Strategie zu erlauben, zu blockieren oder gar zu bepreisen. Für SEO ist dies deshalb so relevant, weil es einen unmittelbaren Einfluss darauf hat, wie gut Inhalte durch Such- und KI-Systeme gefunden und verarbeitet werden können.
Werbung und KI – wohin führt der Weg?
Eine weitere Veränderung betrifft die Monetarisierung von KI-Modellen. OpenAI selbst hat bereits angekündigt, Werbung in ChatGPT zu integrieren. Dies soll zunächst nur als Test geschehen und ausschließlich in den USA passieren. Zudem wird angemerkt, dass die Werbung klar von der eigentlichen Antwort getrennt werden soll. Für den SEO-Sektor bedeutet dies, dass die organische Aufmerksamkeit sehr umkämpft sein wird. In diesem Kontext wird es umso wichtiger werden, dass Inhalte nicht nur ranken, sondern auch in KI-Ergebnissen als gute Quelle erkennbar sind. Die ist der aktuell beste Weg, um auch über die KI-Suchergebnisse noch immer Traffic zu generieren. Schließlich besteht die Möglichkeit, dass Nutzer sich weitere Informationen direkt über die Quelle holen möchten.
